Das Waldviertel im Klimawandel – Was tun?


Das Waldviertel hat – als eine der ersten Regionen Österreichs – bereits erste Schritte gesetzt. Mit betroffenen AkteurInnen wurde ein Bündel an möglichen Maßnahmen für den Umgang mit klimatischen Veränderungen entwickelt. Die in diesem Prozess ausgearbeiteten Maßnahmenvorschläge wurden im Rahmen einer Abschlussveranstaltung am 2.7.2013 auf der Burgruine Dobra einer breiten Öffentlichkeit präsentiert.
DI Josef Strummer, NÖ Dorf- und Stadterneuerung, Regionalbüro Waldviertel, der die Koordination des Prozesses, die Moderation der Veranstaltungen und Workshops, die inhaltliche Aufbereitung von regionsspezifischen Inhalten übernahm, konnte unter den zahlreichen interessierten BesucherInnen auch LR Ing. Maurice Androsch begrüßen.


Die fachlichen und thematischen Inhalte sowie eine umfassende Erfahrung bei der Gestaltung von Prozessen wurden von Fr. DI Andrea Prutsch und Fr. DR. Maria Balas, vom Umweltbundesamt, begleitet eingebracht. Die Prozessbegleitung durch das Umweltbundesamt war im Rahmen des Klima-und Energiefonds finanzierten Projekts FAMOUS möglich. Ziel von FAMOUS ist es, Regionen, Städte und Bundesländer durch konkrete Werkzeuge und Methoden bei der Entwicklung von Strategien und Maßnahmen zum Umgang mit klimatischen Veränderungen zu unterstützen. Im Winter 2013 wird ein entsprechendes Handbuch online zur Verfügung stehen.


Bei der Abschlussveranstaltung hat Österreichs führende Klimaforscherin Fr. Prof. Dr. Helga Kromp-Kolb von der Universität für Bodenkultur in ihrem Vortrag mit dem Titel „Klimawandel und seine Auswirkungen mit Fokus Waldviertel “ aufgezeigt, dass wir uns bereits im Klimawandel befinden. Die Wahrscheinlichkeit von Tagen mit mehr als 30° C wird auch im Waldviertel ansteigen, was wiederum negative Auswirkungen auf die Gesundheit von älteren Personen hat. Ein Temperaturanstieg hat auch zur Folge, dass sich allergene Pflanzen wie die Ambrosie rasant verbreiten und beispielsweise die Fichte zukünftig wesentlich schlechtere Wachstumsbedingungen als derzeit im Waldviertel vorfindet. Die Niederschläge in den Sommermonaten werden seltener, aber heftiger. Im Winter wiederum nehmen die Niederschläge zu, aber aufgrund der Erwärmung wird es öfters regnen als schneien.
„Wir werden zukünftig wesentlich ressourcenschonender Leben müssen. Wenn sich unsere Werte dahingehend ändern, dass Umweltbewusstsein, soziale Kontakte und Naturerlebnisse einen höheren Stellenwert haben als Gewinnmaximierung oder grenzenlose Mobilität, haben wir die Chance nicht trotz, sondern gerade wegen diesem Paradigmenwechsels Lebensqualität zu gewinnen“, so Kromp-Kolb.


Die Präsentation der Maßnahmenvorschläge in den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, Gesundheit sowie klimasensitiven Agenden im Verantwortungsbereich der Gemeinden zeigte deutlich, dass der Klimawandel sowohl Chancen, als auch Herausforderungen bringt. Die Auswirkungen eines sich wandelnden Klimas werden vor allem auf regionaler Ebene sichtbar. Der erste wichtige Schritt zur Anpassung besteht darin, sich frühzeitig mit dem Thema zu befassen. Dadurch gelingt es, mögliche Chancen gut zu nutzen und Probleme von vornherein weitgehend zu vermeiden.

 

 

Fr. Brigitte Grünsteidl, Betriebsleiterin vom Hilfswerk Zwettl; „Wir spüren jetzt schon, dass die Einsätze aufgrund von höheren Temperaturen häufiger werden und unser Personal wird speziell für solche Situationen geschult.“ 


Fr. Bgm. Ingrid Kleber, Albrechtsberg an der Großen Krems; „Gerade die Gemeinden sind vom Klimawandel vielfach betroffen, z.B. Katastrophenschutz, Flächenwidmung, Verkehrsinfrastruktur Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. Wir müssen vorausschauend planen um mögliche negative Auswirkungen der klimatischen Veränderungen weitestgehend zu vermeiden.“


Mit dem Thema Klimawandel-Anpassung setzt sich auch das Mostviertel intensiv auseinander. Im Rahmen des EU-Projektes „C3-Alps“ begleitet und betreut das Klimabündnis Niederösterreich im Auftrag des Landes NÖ sieben Gemeinden. Unter dem Titel „Wandelbares Mostviertel. Fit in die Klimazukunft“ werden diese Pilotgemeinden in einem zweieinhalbjährigen Prozess auf die Folgen der lokalen Klimaänderungen vorbereitet. „Wir informieren Gemeinden, zeigen Ihnen, was auf Sie zukommt und erarbeiten gemeinsam Lösungsansätze, die sie in die Praxis umsetzen können“, so Fr. DI Petra Schön, Klimabündnis Niederösterreich. Infos zum Projekt unter: www.klimabuendnis.at/wandelbares.mostviertel

Für weitere Informationen: DI Josef Strummer 0676/88 591 230


Gruppenfoto von links nach rechts:
Bgm. Ing. Johann Müllner, Ing. Herbert Grulich (LFS Edelhof), DI Rosa Strauch (NÖ Agrarbezirksbehörde), DI Josef Strummer (NÖ Dorf- und Stadterneuerung),
Prof. Helga Kromp-Kolb, DI Andrea Prutsch (Umweltbundesamt), Bgm. Ingrid Kleber, Dr. Maria Balas (Umweltbundesamt), Brigitte Grünsteidl (NÖ Hilfswerk Zwettl), LR Ing. Maurice Androsch


Foto: Uli Küntzel

 

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