SOMMERGESPRÄCHE 2011: 650 TEILNEHMER/INNEN IN 3 TAGEN

     

 

NEUER BESUCHERREKORD FÜR DIE WALDVIERTEL AKADEMIE!

LR Karl Wilfing gratuliert Ernst Wurz zum großen Erfolg

 

Zum mittlerweile 27. Mal veranstaltete die WALDVIERTEL AKADEMIE die jährlich stattfindenden Sommergespräche, ein dreitägiges Diskussionsforum zu hochaktuellen und brisanten Themen.


2011 stand dabei „Gene sind kein Schicksal – wie wir durch unseren Lebensstil das Erbgut überlisten“ auf dem Programm. Hochinteressante Vorträge von profunden Experten, aber auch praktische Workshops und eine lange Nacht des Films fanden großen Anklang, die Seminarräume waren bis zum letzten Platz gefüllt. Grund genug für die Veranstalter mehr als zufrieden Bilanz zu ziehen: 650 Teilnehmer in drei Tagen bedeuten auch einen neuen Besucherrekord bei den Sommergesprächen. „Wir sind sehr erfreut und glücklich, dass die regionale und überregionale Bevölkerung das Thema so gut angenommen hat“, so Geschäftsführer Christoph Mayer.

Bereits bei der Eröffnung – Donnerstagabend im wunderschönen Ambiente auf Schloss Weitra – wusste Hormonpabst Johannes Huber aus Wien die knapp 200 anwesenden Teilnehmer zu begeistern. Huber sprach über die drei epigenetischen Fenster im Leben – die Schwangerschaft, die ersten Lebensjahre sowie die Pubertät -, in denen die Gene noch verändert werden können. „Wir haben die Architektur also sehr wohl noch in unseren Händen“, so der Mediziner. Auch Landesrat Karl Wilfing lobte in seiner offiziellen Eröffnungsansprache den Vortragenden sowie die kontinuierlich gute Arbeit der Waldviertel Akademie.

Ein Highlight stellte auch die Freitagvormittag-Diskussion „Der Mensch und seine Gene“ dar. Matthias Beck, Theologe und Medizinethiker, diskutierte dabei mit dem Philosophen Peter Kampits – eine spannende Kombination, waren sich die beiden Vortragen ja nur selten einig. „Der Mensch ist durch seine Gene nicht vollständig determiniert, die Forschung muss aber herausfinden, welche genetischen Grundinformationen zwar fixiert sind, aber noch modifiziert werden können“, so Beck. „Wir sollten die Rolle der Epigenetik auch nicht überschätzen“, so Peter Kampits, der als stv. Vorsitzender der Bioethik-Kommission Österreichs, auch die moralische Komponente diskutierte.

Freitagnachmittag stand neben praktischen Workshops – Burnout-Prävention, Hypnose und Schamanismus – und der anschließenden darauf aufbauenden Diskussion „Der Geist ist stärker als die Gene“ auch die Lange Nacht des Films mit dem Filmforum Gmünd im Kino in der Bezirksstadt im Mittelpunkt. „Unser täglich Brot“ und „Good Food, Bad Food“ diskutierten die Rolle der Land- und Ackerwirtschaft.

„Der Mensch ist, was er isst“ zeigte am Samstagvormittag die vielen Facetten von Ernährung. Journalist Robert Buchacher sprach dabei auch über seinen Selbstversuch, bei dem er durch Lebensstiländerung zwölf Kilo abgenommen hatte. „Es war die größte und nachhaltigste Investition in meine Gesundheit“, so der Profil-Wissenschaftsressort-Leiter.
Den ernährungswissenschaftlichen Teil übernahm Ibrahim Elmadfa von der Universität Wien. Elmadfa sprach dabei über gesundheitliche Aspekte, wie auch über den Einfluss des Lebensstiles und der Ernährung auf die eigene Gesundheit.
Ein spannendes Referat hatten auch die beiden Architekten Martin Hablesreiter und Sonja Stummerer vorbereitet. Seit Jahren beschäftigt sich das Duo mit dem Thema „Ernährung“ und „Food Design“. Dazu entstand auch eine Ausstellung, die mit vielen nationalen und internationalen Preisen überschüttet wurde. Hablesreiter und Stummerer sprachen dabei über Funktionalität, Aufmachung, Farbe und Verpackung von Nahrungsmitteln und brachten das Publikum mit abstrakten Beispielen auch immer wieder zum Lachen.

„Glück durch Bewegung“ stand als letztes Podium der Sommergespräche auf dem Programm. Journalist Rudolf Buchacher brachte sein Buch „No sports! – Aus Liebe zur Bewegung“ in die Diskussion ein: „Sport ist Mord“, so Nagiller, „Bewegung ist aber etwas Anderes, ist wie Schlaf, eine Bedürfnisbefriedigung und Urbedürfnis.“ Über seine Zeit als Leistungssportler sprach der ehemalige Bahnradweltmeister Franz Stocher, der derzeit für Sportangelegenheiten beim Land Niederösterreich zuständig ist. Stocher sprach auch aus seinem eigenen Werdegang nach dem Leistungssport: „Mit Null-Bewegung nimmst du sogar zu, wenn du ein Knäckebrot nur anschaust“, so Stocher mit einem Augenzwinkern.
Der Unfallchirurg Patrick Weninger stellte die gesundheits- und schmerztechnischen Aspekte in den Mittelpunkt seines Vortrages. Er erklärte nicht nur den Ablauf eines richtigen Aufbautrainings, sondern vielmehr auch vielfach vorkommende Verletzungen sowie Möglichkeiten, diese zu verhindern.

Den Abschluss der Sommergespräche bildete die Buchpräsentation „Wer sagt, was gut und was böse ist“ von Peter Kampits. Im Moorheilbad Harbach entwickelte sich dabei eine spannende Diskussion mit Eva Pfisterer über Moral und Ethik.

Auch der gemeinsam mit der Stadtgemeinde Weitra durchgeführte zweitägige Bauernmarkt am Rathausplatz darf als voller Erfolg verbucht werden, knapp zwanzig Direktvermarkter präsentierten und verkauften dabei ihre Waldviertler Produkte.

„Wir sind schon in intensiven Diskussionen über das Thema für nächstes Jahr, wieder eine Grundfrage des Menschen und der Gesellschaft aufzugreifen“, so der Vorsitzende Dr. Ernst Wurz, „und freuen uns natürlich über die großartige Teilnahme und die Tatsache, ein Thema behandelt zu haben, welches am Puls der Zeit liegt und viele beschäftigt.“

Für all jene, die nicht teilnehmen konnten, gibt es schon jetzt eine gute Nachricht: Ende Oktober wird eine Audio-Doppel-CD mit den besten Beiträgen der diesjährigen Sommergespräche erscheinen.

Weitere Fotos finden Sie hier und können Sie in Druckqualität mit Angabe der Bildnummer einfach unter waldviertel.akademie@wvnet.at anfordern:
https://www.facebook.com/media/set/?set=a.229421543777000.74207.146880622031093&type=1

 

 

v.l.n.r.: Raimund Fuchs, Johann Hofbauer, Eröffnungsredner Johannes Huber, Landesrat Karl Wilfing, Ernst Wurz, Christoph Mayer, Kuratoriums-Vorsitzender Peter Kampits, Petra Zimmermann-Moser, Kurator Reinhard Linke, Bezirkshauptmann Johann Böhm, Kuratorin Eva Pfisterer

Unsere Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung unserer Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Mehr Infos