Interregionale Mobilität - grenzenlos mobil

 

 Mobilitätskonferenz am 18. November


Offene Grenzen ohne öffentlichen Verkehr

Österreich und Tschechien sind Länder der Europäischen Union. Beide gehören zum Schengenraum und trotzdem gibt es praktisch keinen grenzüber-schreitenden öffentlichen Verkehr – Ausnahme sind Bahnverbindungen. Allerdings ist diese Situation keine Seltenheit. Auch zu anderen Nachbarländer sind die öffentlichen Verbindungen nicht selbstverständlich. Nur in Ballungsräumen wie Wien-Bratislava und Freilassing-Salzburg haben sich aufgrund der hohen Pendlerzahlen öffentliche Bus- und Bahnverbindungen als absolut notwendig erwiesen, um Verkehrskollapse zu verhindern.

In Hinblick auf die Öffnung des Flughafens Budweis und der Implementierung der Waldviertler Busse ist es in Zeiten des Ansteigens des Individualverkehrs besonders wichtig, in allen, auch in ländlichen und in dünn besiedelten Regionen  öffentliche und alternative Verkehrsangebote zu fördern. Das Projekt „Interregionale Mobilität“ fasst speziell den grenzüberschreitenden öffentlichen Verkehr ins Auge.

Prognose der Entwicklung des Verkehrsverhaltens bis 2025

Dazu ist es nötig die zukünftige Verkehrsentwicklung zu kennen. Der Iststand ist nunmehr bekannt und wurde bei der Mobilitätskonferenz 2009 in Vitis präsentiert. Berücksichtigt wurden dabei die Waldviertler Bezirke Gmünd, Zwettl und Waidhofen/Thaya, auf tschechischer Seite der Südosten Südböhmens und der Süden der Region Vysočina. Zur Kenntnis nehmen müssen wir Waldviertler, dass für das Kreisamt Südböhmen die Verbindung Prag-Budweis-Freistadt-Linz aufgrund der höheren Verkehrsfrequenz (bis zu 40.000 PKW an einem Werktag) wesentlich bedeutender ist als die Verbindungen über einen Grenzübergang im Waldviertel(Gmünd-bis zu 3000 PKW an einem Werktag). Verhandlungen zwischen den beiden Landesregierungen Niederösterreich und Südböhmen, um den Straßenausbau auf beiden Seiten anzupassen und auch die Zugsverbindungen attraktiver zu gestalten, sind seit Jahren selbstverständlich. Umsetzungsschritte scheiterten aber häufig an unterschiedlichen Interessen oder am mangelnden Budget.

Auf Basis der Analysedaten und unter Einbeziehung der Bedeutung und Funktion der Zentren bzw. touristische Anziehungspunkte in der zu bearbeitenden Region werden nun Planungen für einen möglichen öffentlichen Verkehr erarbeitet. Die laufende Abstimmung zwischen dem tschechischen und dem österreichischen Planungsbüro ist ein verpflichtender Teil der Studie, um ein koordiniertes für bei Länder optimales Ergebnis zu erzielen.

 

In die Planungen werden auch alternative Mobilitätsangebote miteinbezogen. Fahrgemeinschaften sind bei Jugendlichen sehr beliebt. Der Verkehrsverbund Ostregion hat dazu eine Webseite mit dem Namen „compano“ geschaffen, auf welcher nun auch von und nach Tschechien Fahrten gebucht werden können.

Die Schmalspurbahn Jindřichův Hradec und die Waldviertler Schmalspurbahn

Unterschiedliche Bedeutung haben auch die nicht einmal 12 KM voneinander entfernten Schmalspurbahnen. Wird die Schmalspurbahn Jindřichův Hradec täglich für Personen- und Gütertransporte gut genutzt, so dient die Waldviertler Schmalspurbahn ausschließlich touristischen Zwecken. Die Bahn hat sich zu einer Einrichtung entwickelt, die untrennbar mit dem Waldviertel verbunden ist und bei vielen Veranstaltungen wie etwa dem Schrammelklangfestival fester Bestandteil ist. Verstärkten Kooperationswillen erklärten sowohl der Direktor der Neuhauser Bahn Jan Šatava als auch DI Schreilechner, der DI Otfried Knoll von der NÖVOG bei der Konferenz vertrat.

Konsequente Verhandlungen

Herr Ing. Jan Študlar, Berater des Kreishauptmannes Südböhmens in Sachen Verkehr, legte zum Schluss der Konferenz den Finger auch offene Wunden zwischen den beiden Nachbarländern. Der Straßenausbau bei Höhenberg/Phyrabruck/Nove Hrady wurde nun abermals aufgrund eines Umweltgutachtens auf tschechischer Seite verschoben. Die Bahnverbindung wiederum nach Slavonice wird von den Tschechen sehr wohl verfolgt, allerdings der Ausbau der Bahn von České Velenice nach Budweis verzögert sich abermals.  

 

Conclusio der Konferenz – vieles ist bereits geschehen – vieles ist bereits geplant und vieles muss aufgrund der Entwicklungen neu überdacht werden. Dazu gehören geduldige, aber konsequente Verhandlungspartner und der Wille die Region Südböhmen – Vysočina – Waldviertel zu stärken.

 

Das Projekt "Interregionale Mobilität - grenzenlos mobil" wird von der Europäischen Union gefördert:

 

 

Foto von links nach rechts:

Roland Kern, ÖBB

DI Thomas Aichinger, Amt der NÖ Landesregierung, Gesamtverkehrsangelegenheiten

Helene Mader, Projektverein Waldviertel

Bgm. Reinhard Deimel, Obmann Zukunftsraum Thayaland

DI Thomas Rittler, TB Rittler

DI Dr. Sedlmayer, arealConsult

Mag. David Frey, Verkehrsverbund Ostregion

DI Stefan Bruntsch, Verkehrsverbund Ostregion

Mgr. Pavel Hložek, Euregio Silva Nortica

Labg. Johann Hofbauer,

Dir. Jan Šatava, Schmalspurbahn Jindřichův Hradec

Ing. Jan Študlar, Kreisamt Südböhmen, Verkehrsabteilung

Ing. Libor Bolda, IKP CE

Ing. Radek Handa, Kreisamt Vysočina

Mag.(FH) Ursula Poindl, Regionalmanagerin Waldviertel

Ing. Petr. Prokes, Kreisamt Liberec

Bgm. Dir. Maximilian Igelsböck, Projektverein Waldviertel

Kontakt:

Projektverein Waldviertel
Helene Maria Mader
Tel.: +43(0)2822 9025 20218 oder +43(0)676 812 20218

E-Mail: helene.mader@rm-waldviertel.at  


Interregionales Projekt zwischen Südböhmen, Vysočina und Waldviertel

Ausgangslage:

Seit 2008 gehört Tschechien wie Österreich zum Schengenraum. Durch das Einstellen der Grenzkontrollen ist der Besuch des Nachbarlandes wesentlich einfacher geworden. Das erleichtert das Zusammenwachsen zu einer gemein-samen Region in der Mitte Europas. Die Wirtschaft und der Tourismus unserer Region profitieren bereits jetzt nachhaltig von den offenen Grenzen. Die mangelnde grenzüberschreitende Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln hemmt diese Entwicklung jedoch.

Es gibt keine grenzüberschreitenden Buslinien. Einzig die Bahn bietet eine öffentliche Verbindung von Wien über Gmünd und Česke Velenicé nach Budweis. Der Besuch der Nachbarregion muss mit dem Auto erfolgen. Das widerspricht jedoch den Klimaschutzzielen Europas, die unter anderem durch eine deutliche Reduktion des Autoverkehrs erreicht werden sollen.

 

Projektträger: 

Leadpartner Euregio Silva Nortica Südböhmen

Projektpartner Projektverein Waldviertel

 

Projektmitwirkende:

Landesregierungen Niederösterreichs und Südböhmens, Abtlg. Verkehr

die Kleinregionen Lainsitztal, Erlebnisregion Waldviertel NORD, Zukunftsraum Thayaland

die Grenzüberschreitenden Südböhmischen Impulszentren

ÖBB, Ceske Drahy, Verkehrsverbund Ostregion

 

Projektziel:

Förderung des öffentlichen Verkehrs zwischen dem Waldviertel, Südböhmen und Vysočina

 

Projektmodule:

Aufbau einer Verkehrsplattform

Mobilität zwischen den Regionen

Prognose der Entwicklung des Verkehrsverhaltens bis 2025

Bedarfserhebung von öffentlichen Buslinien zwischen den Regionen

Bewusstseinsbildung und Öffentlichkeitsarbeit

Projektmanagement

 

Projektfinanzierung:

Euregio Silva Nortica

Kleinregionen Lainsitztal, Erlebnisregion Waldviertel NORD und Zukunftsraum Thayaland

Landesregierung NÖ

Kreisamt Südböhmen

 

Förderung durch die Europäische Union:

Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) aus dem Programm Europäische Territoriale Zusammenarbeit (ETZ)

  

 

 

Projektdauer:

Jänner 2009 bis Dezember 2010

 


 

Aktuelles:

Jugendworkshop in der Kleinregion Lainsitztal
"Jugend mobil - im Klimaschutzstil"

Die Wahl des Fortbewegungsmittels, das uns von A nach B bringt, beeinflusst unsere Umwelt und unser Klima. Fahren wir mit dem Bus oder mit der Bahn, ist der Schaden für die Natur am geringsten. Mit einem Ausstoß von 1 Kilogramm CO²  kann man mit der Bahn 67 KM fahren, mit dem Auto lediglich 5 KM. Aber, was tun, wenn die öffentlichen Verkehrsmittel nicht zur Verfügung stehen?
13 Jugendliche, zwischen 16 und 21 Jahren jung, konnte Bürgermeister Josef Höbarth am Mittwochabend, 8. April 2009, im Gemeindeamt St. Martin begrüßen. Sie beschäftigten sich im Zuge des Projektes „Interregionale Mobilität“ intensiv mit diesem Thema. Gemeinsam mit Frau Mag. Ingrid Leidenfrost, Klimabündnis Österreich, lernten sie anhand aussagekräftiger  Anschauungsmaterialien ihr eigenes Mobilitätsverhalten kennen.

Für die Jugendlichen war bald klar:
1. sie befürworten und wünschen sich, dass bestehende Busverbindungen zum Ausbildungs- und Arbeitsplatz (z.B. Linz) erhalten bleiben und neue geschaffen werden (z.B. Schrems)
2. sie möchten, dass die Shuttlebusse am Wochenende auch in kleinere Orte fahren
3. sie möchten günstigere Taxi-, Shuttlebustarife
4. sie finden, dass mehr Fahrgemeinschaften gebildet werden sollten

Fr. Mag. Leidenfrost wird einen weiteren Workshop mit den Jugendlichen durchführen, wenn diese ein Projekt konkret ausarbeiten wollen.

Herr Vladmir Kubat von der Jugendabteilung des Kreisamtes Südböhmen animierte die anwesenden Jugendlichen zur Teilnahme an den Projekten von RADAMBUK (Rat für Kinder und Jugendliche des Südböhmischen Kreises), z.B. "Die Wikinger" - ein Internationales Jugend-Camp zum Thema Naturschutz und Erlebnispädagogik. 

Dieser Workshop wurde im Rahmen des Projektes "Interregionale Mobilität" vom Projektverein Waldviertel in Zusammenarbeit mit der Kleinregion Lainsitztal und Klimabündnis Österreich organisiert.

Fotos:

 

 

 


Die Startveranstaltung und das 1. Treffen der Verkehrsplattform

hat am Montag, den 23. März 2009, in Třebon statt gefunden:

Expertinnen und Interessierte aus den Projektregionen Südböhmen, Vysočina und Waldviertel trafen sich im Hotel Zlatá Hvězda. HR Prof. Dr. DI Zibuschka vom Amt der NÖ Landesregierung referierte über das Verkehrskonzept Niederösterreich, das im Waldviertel den Ausbau der Achsen Wien-Horn-Gmünd und Wien-Krems-Zwettl- Gmünd vorsieht. In Bau sind Straßenverbesserungen von Waidhofen nach Fratres, bis 2010 soll der Ausbau der Straße von Weitra nach Höhenberg begonnen werden. Prof. Zibuschka präsentierte für Sommer 09 geplante Buskonzept Waldviertel, das zusätzlich 2 Mio. Buskilometer schaffen soll. Die Anbindung an tschechische Busse wird eine Aufgabe des Projektes "Interregionale Mobilität" sein. Während der Landesausstellung 2009 wird es Shuttlebusse zwischen den drei Ausstellungsorten Horn - Raabs - Telc geben sowie eine Anbindung an den Reblausexpress und den Erlebnisbus Retz-Drosendorf.

Ing. Ivan Študlar von der Verkehrsabteilung des Kreisamtes Südböhmen referierte über die Verkehrskonzepte Tschechiens, im Speziellen über die Planungen und Verbesserungen der Verkehrsinfrastruktur in Südböhmen. Die Achse Prag-Budweis-Linz ist dabei von großer Bedeutung. Die Autobahn Prag-Budweis-bis zur OÖ Grenze soll bis 2011 fertig gestellt sein. Er wies auch auf die Straßenausbaumaßnahmen von Budweis nach Nove Hrady und weiter nach Höhenberg hin. Weiters werden in Ceske Velenice bereits Straßenbauten zur Verbesserung der Verbindung nach Gmünd durchgeführt. Die Nord-Südverbindung vom Kreis Vysočina bis Hluboka wird ebenfalls bis 2011 fertiggestellt. Diskussionspunkte waren jedenfalls die Bahnlinien und deren sehr unterschiedliche Ausbaustatus in den beiden Nachbarregionen.

DI Thomas Aichinger von der Verkehrsabteilung des Landes NÖ und Mgr. Pavel Hlozek, Euregio Silva Nortica, stellten die Schwerpunkte der Prognose der Entwicklung des Verkehrsverhaltens bis 2025 vor. Ziel der Studie sind Maßnahmen zur Förderung des öffentlichen grenzüberschreitenden Verkehrs aber auch Empfehlungen zum Ausbau der Verkehrsinfrastruktur sowie die Verbesserung der Erreichbarkeit von wichtigen touristischen Zentren.

Ing. Milan Ondřich, CEO des Flughafens in Budweis,  zeigte Pläne des Sudböhmischen Flughafens in Budweis, der 2011 für den Internationalen Flugverkehr geöffnet werden soll. Der Flughafen liegt 5 KM südlich von Budweis und wird mit Bus, Bahn und Taxidiensten an Budweis angebunden. Der Ausbau des Flughafens erfolgt in mehrern Etappen bis 2010 sollen jedenfalls die baulichen Maßnahmen abgeschlossen sein.

In der anschließenden Diskussion war die Bahnverbindung Waidhofen - Fratres - Slavonice ein wichtiger Diskussionspunkt. Der Ausbau auf österreichischer Seite scheitert an der Wirtschaftlichkeit. Das Land NÖ, so Prof Zibuschka, ist bereit für die Vorfinanzierung und die Übernahme eines Großteiles der Kosten. Trotzdem steht eine Realisierung nicht in Aussicht. 

Die im Projekt vorgesehene Verkehrsplattform vereint alle Personen und Organisationen in Südböhmen,  Vysočina und Waldviertel, die im Themenbereich Mobilität tätig sind. Geplant sind Arbeitsgruppen zu den Schwerpunkten Bus, Bahn, Auto, Fahrgemeinschaften, Touristische Verkehrsdienstleistungen und Jugend.

 

 

 

Fotos:

 

Startveranstaltung am 23. März in Třebon

 

 

Start-Veranstaltung am 23. März, ReferentInnen Start-Veranstaltung am 23. März

 

 

 

Arbeitskreis Infrastruktur der Euregio Silva Nortica
am 30. April 2008 in Waidhofen an der Thaya

Arbeitsgespräch im Kreisamt Südböhmen
am 16. April 2008

 

Projektgründergruppe in Nove Hrady

am 19. März 2008 

 

 

Kontakt:

Projektverein Waldviertel

Helene Maria Mader

Tel.: +43 (0)2822/9025 20218

0676/812 20218, helene.mader@rm-waldviertel.at

 

Euregio Silva Nortica Südböhmen

Mgr. Pavel Hložek

Tel.: +420 (384) 350 274

E-Mail: pavel.hlozek@silvanortica.com

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