EU-Projekt „LiCEA“ und österreichisches Energieeffizienzgesetz 2015

Mit dem internationalen Energieprojekt LiCEA (Life Cycle Based Energy Audits) wird es nun erstmals möglich sein, eine Methode und gleichzeitig ein Werkzeug zur Ermittlung von Einsparpotenzialen für KMU zu entwickeln.  

 


Die Europäische Union fördert dieses Projekt im Rahmen des Programmes „Central Europe“, in dem es um die Unterstützung einer positiven Entwicklung der zentraleuropäischen Regionen geht. Die teilnehmenden Partner kommen aus Österreich, Italien, Ungarn, Polen und der Slowakei.

Die Energieagentur der Regionen in Waidhofen/Thaya setzt das Projekt als österreichischer Partner um. Die Einsparmöglichkeiten für Betriebe liegen – je nach Region und Branche – bei mind. 15 bis 30 %. Damit diese Potenziale endlich in breitem Umfang nutzbar gemacht werden, sind professionelle Werkzeuge ein Muss.

Durch eine energetische Erhebung und Analyse, auch Energieaudit genannt, werden bisher ungenutzte Ressourcen in kleinen und mittelgroßen Unternehmen unterschiedlicher Branchen sichtbar gemacht. Im österreichischen Energieeffizienzgesetz ist ab 2015 vorgesehen, dass in Betrieben von Großunternehmen und Energielieferanten entweder ein Energiemanagementsystem eingesetzt oder ein Energieaudit durchgeführt wird, inkl. einer Zielvorgabe zur jährlichen Energieeinsparung. KMU (Klein- und Mittelunternehmen) haben diese Verpflichtung nicht, sind jedoch aufgerufen im eigenen Interesse und im Rahmen ihrer Möglichkeiten ebenfalls Energiesparmaßnahmen zu setzen.
Das LiCEA Audit kann zwar nicht das Audit des Energieeffizienzgesetzes ersetzen, liefert jedoch eine Einschätzung zu den Einsparpotentialen und hilft so den Firmen und den zuständigen Energiebeauftragten sich auf Folgeschritte in Richtung Energieaudit bzw. Energiemanagementsystem vorzubereiten. Als Folgemaßnahme zum Projekt LiCEA wird den nunmehr 45 beteiligten Betrieben in NÖ empfohlen, im Rahmen spezieller Beratungen, die Umsetzung und Dokumentation ihrer Energiesparmaßnahmen hinsichtlich Passfähigkeit zum Energieeffizienzgesetz analysieren und aufbereiten zu lassen.

Ein weiterer wesentlicher Teil des Projektes ist das sogenannte „Life-Cycle Assessment“ (LCA), oder deutsch auch Lebenszyklusanalyse/Ökobilanz genannt. Was sich dahinter verbirgt, ist die Analyse aller Umwelteinwirkungen von Produkten während ihres gesamten „Lebensweges“ (inkl. Energieverbrauch). Nach den ersten durchgeführten LiCEA-Audits kann das Team der Energieagentur der Regionen ein sehr positives Resümee ziehen. In den beiden vom Projekt zugeteilten Branchen „Holzverarbeitende Betriebe“ sowie „Lebensmittelindustrie – Bäckereien“ konnten enorme Einsparungspotenziale aufgezeigt werden. Diese werden in einigen Betrieben sicherlich auch Maßnahmen zur Energieeffizienzsteigerung nach sich ziehen.

Im Rahmen des Projektes wurde darauf geachtet, dass auch kleinen und Kleinstbetrieben (EPU), die Möglichkeit geboten wurde, sich mit dem Thema „Energieeffizienzsteigerung“ durch eine Auditierung auseinander zu setzen.

Ein positiver Nebeneffekt des Projektes ist nicht nur die Reduktion des Energiebedarfs, sondern auch die Bewusstseinsbildung bei den UnternehmerInnen und ihren MitarbeiterInnen. Denn nur, wer weiß, wo die Energie verbraucht wird, kann gezielte Einsparungen setzen.

Das Projekt LiCEA wird im Rahmen des CENTRAL EUROPE Programms durchgeführt und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert.

Rückfragen:
Energieagentur der Regionen
Markus Hödl
Hans Kudlich-Straße 2
A-3830 Waidhofen/Thaya
Tel.: 02842 / 21800
E-Mail: info@energieagentur.co.at
 

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