Kleinregion Waldviertler Kernland mit europäischem KlimaAward ausgezeichnet

Bereits zum sechsten Mal hat das Klimabündnis Europa die besten Klimaschutzprojekte von Gemeinden und kommunalen Netzwerken in ganz Europa ausgezeichnet. Insgesamt wurden in der Burg Perchtoldsdorf in Niederösterreich in 4 Kategorien 17 Projekte aus 9 Ländern vor den Vorhang geholt. 

 


Darunter Städte wie Budapest, Den Haag und Essen. Und darunter auch die niederösterreichische Klima- und Energiemodellregion Waldviertler Kernland. Sie wurde in der Kategorie "Kommunale Netzwerke" für das österreichisch-tschechische Projekt "Doppelpass über die Grenze" ausgezeichnet.
Waldviertler Kernland - Doppelpass über die Grenze Klimaschutz kennt keine Grenzen.

 

Bestes Beispiel ist das Waldviertler Kernland in Niederösterreich. 13 ländliche Gemeinden haben sich 2010 zusammengeschlossen und wurden Klima- und Energiemodellregion. Einige Erfolge: durch die Sanierung des Kindergarten- und Schulgebäudes der Gemeinde Albrechtsberg sank der Energieverbrauch um 70 %. Gleichzeitig erfolgte die Umstellung auf 100 % Erneuerbare Energie und die Installierung einer PV-Anlage. Die größeren gewerblichen Nutzer setzen auf Hackgutanlagen und Biomassenahwärmeanlagen. Im Bereich der Wärme kommt bereits mehr als die Hälfte des Verbrauchs aus Erneuerbaren Energien. 2016 werden in Grafenschlag zudem vier Windkraftanlagen zu je 3 MW gebaut – damit wird die gesamte Region zum Stromexporteur.

 

Das Waldviertler Kernland orientiert sich im Klimaschutz zudem nach Europa. Als einzige Region Österreichs nimmt sie am Projekt „100 % RES communities“ teil. Dieses richtet sich an ländliche Regionen in Europa. Gemeinsames Ziel ist es, die benötigte Energie in Zukunft zu 100 % aus regionalen erneuerbaren Energiequellen zu beschaffen. Das Waldviertler Kernland begleitet im Rahmen eines Mentoring- und Twinning-Ansatzes drei Jahre lang als „erfahrene“ Energie-Region die „lernende“ Energie-Region Mezilesí in Tschechien.


Der Climate Star
Zur Climate-Star-Gala nach Perchtoldsdorf hat das Klimabündnis Europa gemeinsam mit dem Land Niederösterreich geladen. „Die Climate-Star-PreisträgerInnen sind Vorbilder. Sie geben Hoffnung und motivieren mit ihren Projekten andere, selbst aktiv zu werden. Bestes Beispiel ist bei uns in Niederösterreich die Energiewende, die mittlerweile zur Energiebewegung geworden ist“, so Niederösterreichs Umweltlandesrat Stephan Pernkopf.
„Der Climate Star zeigt sehr gut, was im Klimaschutz notwendig ist und wo die Gemeinden ansetzen. Einerseits sind es regionale Projekte, bei denen immer stärker BürgerInnen eingebunden werden. Andererseits wird auf Zusammenarbeit gesetzt – Gemeinde-, Regions- oder Ländergrenzen spielen dabei längst keine Rolle mehr“, so Peter Molnar, Geschäftsführer des Klimabündnis Österreich.


90 Climate Stars wurden bei den fünf bisherigen Auflagen bereits vergeben. Heuer kamen 17 weitere dazu. Eingereicht werden konnten laufende oder abgeschlossene Projekte - von Ernährung über Energie, Mobilität bis zur nachhaltigen Gemeindeentwicklung und BürgerInnenbeteiligung. Bewertet wurden diese Nachhaltigkeit, Multiplikatoreffekt, Medienwirksamkeit, Innovation und Einbindung der Bevölkerung.


Das Klimabündnis Europa
Das Klimabündnis wurde 1990 in Frankfurt am Main zwischen VertreterInnen aus Gemeinden aus Ö, D & CH, Delegierten von sechs indigenen Organisationen in Amazonien sowie VertretreterInnen 15 weiterer Organisationen (Unis, NGOs, etc.) gegründet. Parallel zum Aufbau des European Secretariat des Klimabündnis in Frankfurt am Main entstanden in mehreren Ländern auf regionaler bzw. nationaler Ebene Koordinationsstellen. Mittlerweile ist das Klimabündnis in 24 Ländern Europas aktiv. In Österreich haben sich 960 Klimabündnis-Gemeinden, 900 Klimabündnis-Betriebe und 410 Klimabündnis-Schulen & Kindergärten zur Reduktion der Treibhausgase und zum Schutz der Regenwälder verpflichtet.


Foto: NÖ-Umweltlandesrat Dr. Stephan Perknopf (5.v.l.) und Joachim Lorenz vom Klimabündnis Europa (6.v.r.) zeichneten den Obmann des Vereins Waldviertler Kernland, Dieter Holzer (4.v.r.), und sein Team mit dem Climate Star aus.
Fotocredit: Marschik

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Rückfragen: Hannes Höller, Klimabündnis, 0664 /85 39 409, tel:presse@klimabuendnis.at  http://%20www.klimabuendnis.at    

 

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