Ländliche Entwicklung und Bienenhaltung

  Bienen und blühende Landschaft

 

Warum ist die Haltung von Bienen ein Thema der ländlichen Entwicklung?

 

Wenn die Entwicklung in den letzten Jahren über den Rückgang der ImkerInnen betrachtet wird, so hat sich bereits gezeigt, dass eine ausreichende Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen zunehmend in Frage steht.


Dies hat einige Gründe:

  • Rückgang der ImkerInnen aufgrund fehlenden Nachwuchses und einer daraus folgenden Überalterung (rund 22000 ImkerInnen in Österreich, 3000 in NÖ,  300 im Waldviertel)
  • Durchschnittlich 15% Verluste an Bienenvölker über dem Winter pro Jahr, aufgrund von Krankheiten und bienenfeindlichen Pestiziden. So wird seit den 80iger Jahren von einer Reduktion von rund 50% der Bienenvölker gesprochen.
  • Die Verschlechterung der Umweltbedingungen für Bienen, Wildbienen, Hummeln und anderen Bestäubern in Folge von Landschaftsausräumung, Pestizideinsatz in der Landwirtschaft und vor allem auch bei den Hobbygärten.
  • Massiver Rückgang von wildlebenden Bestäubern.
  • Nicht in jedem Dorf gibt noch Bienenvölker, bei einem maximalen Flugradius von 3 km einer Biene, wird nicht jede bienenbestäubungsabhängige Pflanze mehr angeflogen. Betroffen sind dadurch nicht nur die landwirtschaftlichen Ertragsflächen, sondern ebenso private Obstgärten, über landwirtschaftlichen Ertragsflächen auch die Wildpflanzen.

 

Bei der Betrachtung des regionalen Defizits wurden folgende Schritte  für das Waldviertel als notwendig erkannt:

 

Erhöhung des Interesses an der Imkerei, nicht nur als Hobby für Pensionisten, sondern für jedes Alter und für verschiedene Berufsgruppen. So  kann es auch für manche landwirtschaftliche Betriebe einen gewinnbringenden neuen Betriebszweig darstellen.

 

Überlegungen und Schritte

 

Benötigt wird dazu eine gezielte Information, nicht nur Medienberichte über das rasante Bienensterben. Ein Informationszentrum für ImkerInnen mit  Fachkursen, Förderunginformationen, Fachberatung und kompetenter Öffentlichkeitsarbeit wäre die Basis für die Unterstützung der ImkerInnen.

 

In vielen Gesprächen über mehrere Jahre, exakt seit 2006, wurde diese Grundidee weiterentwickelt und von DI Boigenzahn ein Konzept für eine pilothaftes Imkerzentrum im Waldviertel, eine Ergänzung zur Imkerschule in Warth, entworfen.

 

Es gab dazu Besprechungen mit dem niederösterreichischem Imkerbund inkl. der Imkerfachschule Warth, Sekretären der Bezirksbauernkammern, dem Büro von LR Plank und den landwirtschaftlichenFachschulen.

 

Konkret hat sich die LFS Edelhof um besonders um die Wiedereinführung von Grundkursen für interessierte SchülerInnen und NeueinsteigerInnen bemüht.

Dies führte zum ersten Umsetzungsschritt der umfassenden Überlegungen zur Erhaltung und Forcierung der Bienenhaltung.

 

In der konzeptionierten umfassenden Form konnte die Überlegungen noch nicht umgesetzt werden, doch aufgrund der zahlreichen Gespräche, vor allem mit dem Direktor und den diesbezüglichen Fachkräften der LFS Edelhof und der Geschäftsführer von Landimpulse , wurde in Zusammenarbeit mit Landimpulse als Projektträger niederösterreichweit die Schulungen für Imkerneueinsteiger an in allen fünf Hauptregionen ausgeweitet.

Mit großem Erfolg im heurigem Jahr 2009, allein in der Hauptregion Waldviertel nahmen heuer rund 40 Personen teil, in ganz NÖ waren es nach inoffiziellen Angaben etwas 100.

 

Diese Theorie- und Praxiskurse für Neueinsteiger in der Imkerei werden auch im kommenden Jahr fortgesetzt.

 

Was ist noch von Bedeutung? Weitere Bemühungen!

 

  • In diesem Zusammenhang ist auch die Honigproduktion zu betrachten, da Österreich den größten Teil seines Honigbedarfs aus Importen deckt. Auch hier könnte noch eine Marktchance genutzt werden.
  • Das Waldviertel steht für eine naturnahe Landschaft und ist die Region mit dem höchsten Anteil  an biologisch wirtschafteten Landwirtschaften von Niederösterreich.

Auch für die biologische Bienenhaltung gibt es entsprechende Richtlinien, somit wäre die Bioimkerei für das Waldviertel ein logischer Schritt.

Seit der ersten oben erwähnten Initiative hat sich die Abhaltung von Kursen zur biologischen Bienenhaltung an allen Imkereischulungsstandorten in NÖ etabliert. Termin finden sich auf den Kursseiten der landwirtschaftlichen Fachschulen, Imkereizentrum Warth und Landimpulse.


Arbeitskreis Bio-ImkerInnen Waldviertel

Der zweimal jährlich durchgeführte Austausch der biologisch wirtschafteten ImkerInnen und Interessierten an der Bioimkerei hat sich bereits etabliert. Bisher wurden neben der Besichtigung professioneller Bioimkereien und  der Abhaltung von Weiterbildungen, auch der fachtliche Austausch intensiv gepflegt.

 

Kontakt:

Dipl.-Ing. Gertrude Haumer, Betreuung Ländliche Entwicklung

gertrude.haumer@rm-waldviertel.at

0676/812 20 341

 

Treffen Jänner 2012 Download: bioimkertreffen27012012.jpg (277.97 KB)

 

 

Anmerkung: der Bienenstand der Autorin - ImkerneueinsteigerIn - die Faszination der Bienenhaltung hat auch sie ergriffen

 

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