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NÖ Landesausstellung 2009 feierlich eröffnet
  

Grenzenloses Zeitreisen - 20 Jahre nach Öffnung des „Eisernen Vorhangs“ wird es möglich. Mit der ersten grenzüberschreitenden NÖ Landesausstellung 2009 tauchen die Besucher in die bewegte Vergangenheit zweier Länder ein: „ÖSTERREICH. TSCHECHIEN. geteilt – getrennt – vereint.“ zeigt an drei Ausstellungsorten, im Waldviertel und im tschechischen Kreis Vysočina, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Nachbarländer im Spiegel der wechselhaften Geschichte, der trennenden Grenze und der verbindenden Kultur.


Zu sehen ist die Schau von 18. April bis 1. November 2009 in Horn, Raabs und im grenznahen Telč. Ein buntes Familienprogramm und zahlreiche Veranstaltungen machen die NÖ Landesausstellung 2009 zum idealen Ausflugsziel. Den Auftakt bildet das große Regionsfest am Eröffnungswochenende. „20 Jahre nach Fall des Eisernen Vorhangs wissen viele nicht mehr über die einschneidenden Ereignisse der Vergangenheit Bescheid. Aber nur wer seine Geschichte auch kennt, kann daraus lernen. In diesem Sinne will die NÖ Landesausstellung 2009 ein Zeichen setzen und somit die Nachbarschaft zu Tschechien vertiefen. Dabei kann sich das Kulturland Niederösterreich auch über die Grenzen hinaus präsentieren und so Impulse für Kultur und Tourismus setzen“, so Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll zur Bedeutung der NÖ Landesausstellung 2009.

MUDr. Jiří Běhounek, Kreishauptmann des Kreises Vysočina: „20 Jahre nach der Wende würde ich mir wünschen, dass österreichische und tschechische Besucher der NÖ Landesausstellung 2009 die gemeinsame Geschichte beider Länder entdecken, Unterschiede und Gemeinsamkeiten suchen und Vorurteile abbauen. Die Schau bietet mit ihrem reichen Begleitprogramm Gelegenheit, Freundschaften zu knüpfen und wird zum gegenseitigen Verständnis beitragen. Die Zusammenarbeit an diesem Kulturprojekt ist der Beitrag Vysočinas zum tschechischen EU-Ratsvorsitz und zugleich auch der Beitrag zur Vertiefung der Kooperation zwischen den europäischen Ländern.“

Drei Orte, zwei Länder und eine Geschichte
Die Ausstellung spannt einen großen Bogen über die letzten 100 Jahre der gemeinsamen Geschichte und Kultur der beiden Länder Österreich und Tschechien. Sie zeigt, erklärt und erinnert, wie eng beide Länder schon seit jeher miteinander verbunden waren und sind.

An jedem Standort – im Kunsthaus in Horn, im Lindenhof in Raabs und im tschechischen Telč – werden verschiedene inhaltliche Schwerpunkte gesetzt. In Horn beginnt die Zeitreise mit Schwerpunkt auf das 20. Jahrhundert. Der Verlauf und die Ereignisse des letzten Jahrhunderts spannen einen weiten Bogen: von der „grenzenlosen“ gemeinsamen Geschichte in der k.u.k.-Monarchie unter der Herrschaft der Habsburger, über die getrennten Wege nach 1918, die Schrecken der NS-Zeit, den „Kalten Krieg“ und den „Prager Frühling“ 1968 bis hin zur Öffnung des „Eisernen Vorhangs“ und der Mitgliedschaft Österreichs und Tschechiens in der Europäischen Union.

In Raabs wird die Grenze erlebbar: Dem Besucher wird die konkrete, physische Grenze, das Leben an und mit der Grenze, aber auch die „Grenze in unseren Köpfen“ präsentiert: Ideologien, Nationalismus, Symbole, Kultur und Religion können auch Grenzen erzeugen. Neben den Symbolen der Trennung werden auch Beispiele für das Überwinden von Grenzen gezeigt. Das Kulturschaffen Österreichs und Tschechiens wird in Telč anhand ausgewählter Persönlichkeiten gezeigt: von der Musik über die Literatur, die Architektur bis hin zur Alltagskultur. Gustav Mahler, Josef Hoffmann oder Egon Schiele sind einige der Beispiele, die exemplarisch für die vielen Künstler gezeigt werden, deren persönliche Geschichte mit beiden Ländern verbunden wird.

Von der Goldenen Bulle bis zum Taktstock Gustav Mahlers
Zwei Jahre hat man sich intensiv auf die Landesausstellung vorbereitet. Zahlreiche österreichische und tschechische Wissenschaftler haben in gemeinschaftlicher Zusammenarbeit die Inhalte der drei Ausstellungsorte unter der wissenschaftlichen Leitung von Univ.-Prof. Dr. Stefan Karner, Leiter des Ludwig Boltzmann-Instituts für Kriegsfolgen-Forschung, und von Dr. Michal Stehlík, Dekan der Philosophischen Fakultät der Karls-Universität Praha (Prag), erarbeitet. Für die Ausstellungsarchitektur zeichnet in Österreich BWM verantwortlich, in Tschechien das Büro Vlastimil Vagaday.

Die Ausstellung kann sich sehen lassen: Sie greift auf einen breiten Fundus an Exponaten zurück, aus staatlichen Archiven und Museen Österreichs und Tschechiens sowie aus privaten Sammlungen. Sie spannen einen weiten Bogen über die bewegte Geschichte Österreichs und Tschechiens. Darunter sind ganz besondere Stücke, wie die Goldene Bulle: Mit dieser Urkunde regelte Kaiser Karl IV. 1356 die Wahl und Krönung des römisch-deutschen Königs durch die Kurfürsten. Sie ist in Horn zu sehen.

Am Standort Raabs wird beispielsweise eine spätgotische Monstranz aus Mähren aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts gezeigt. Schon seit dem 13. Jahrhundert wurden diese liturgischen Schaugeräte in den Gottesdiensten verwendet. Der Taktstock Gustav Mahlers ist beispielsweise in Telč zu sehen: Mahler wurde in Iglau geboren, verlebte hier seine Jugend ehe er in Wien und anderen Metropolen als Dirigent und Komponist erfolgreich war.

Die Vielzahl der Objekte zeigt ein spannendes und verständliches Bild der gemeinsamen Geschichte Österreichs und Tschechiens.

Meine Geschichte – deine Geschichte
Auch die eigene Erinnerung ist Thema. Zahlreiche private Leihgeber teilen durch Stücke aus ihrem Leben ihre ganz persönliche Geschichte mit den Besuchern. Sie wecken damit vielleicht den einen oder anderen Gedanken an Erlebnisse aus der eigenen Vergangenheit. Weit über 1000 dieser privaten Leihgaben wurden über eine Sammelaktion gefunden. Von Fotos, Postkarten, Reisepässen, Ausweisen und alten Zeitungen bis hin zu persönlichen Erinnerungsstücken von Flüchtlingen aus den Jahren 1945 und 1968: die Menschen haben sich mit ihren Erinnerungen aktiv eingebracht. Die Sammelaktion wurde vom Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgen-Forschung gemeinsam mit dem ORF Niederösterreich für die NÖ Landesausstellung 2009 durchgeführt.

Kindgerechte Aufbereitung
Familienangebote und interaktive Stationen machen die Ausstellung auch für wissbegierige Kids zur aufregenden Zeitreise. Für Kinder und Jugendliche gibt es zu bestimmten Objekten interaktive Bereiche, die eine intensive Auseinandersetzung mit speziellen Themen bzw. einzelnen Objekten ermöglichen. Die jungen Besucher werden angeregt, Inhalte zu hinterfragen und verschiedenen Fragestellungen auf den Grund zu gehen. Das Selbst-Ausprobieren steht dabei im Vordergrund. Die museumspädagogischen Angebote bieten zahlreiche Möglichkeiten, den Besuch attraktiv und abwechslungsreich zu gestalten. Für die Standorte Horn und Raabs stehen außerdem für zwei Altersgruppen (8-10 Jahre und 11-14 Jahre) Rätselhefte gratis zur Verfügung.

An ausgewählten Sonntagen werden attraktive Programme mit Kindertheater und Märchenerzählern geboten. Geführte Naturwanderungen, Musik, Spaß und Spiel bieten Unterhaltung für die ganze Familie. Spezielle Angebote für Schulen reichen von kostenlosen Lehrer-Informationstagen bis hin zu Schulwochen.

Einmalige Chance für die Regionen
Für die Regionen selbst sind es die wirtschaftlichen, touristischen und kulturellen Impulse, von denen sie nachhaltig profitieren werden. Die Erhöhung des Bekanntheitsgrades über die Grenzen hinweg steht ebenso im Vordergrund wie Infrastrukturmaßnahmen sowohl in den Ausstellungsstädten als auch in der Region. Tourismusbetriebe und Handel werden von den zusätzlichen Besuchern durch die Landesausstellung massiv und nachhaltig profitieren.

Auf Initiative von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll werden insgesamt rund 22 Mio. Euro durch diese erste grenzüberschreitende NÖ Landesausstellung 2009 in die Region investiert. Die Investitionssumme umfasst unter anderem die Ausstellungsdurchführung, bauliche Maßnahmen sowie begleitende Investitionen z.B. in den Bereichen Straßenbau und Infrastruktur, der Denkmalpflege usw. Experten beziffern die erwartete Wertschöpfung im touristischen und wirtschaftlichen Bereich mit 30 bis 40 Mio. Euro. Ein großer Teil der Investitionen floss in die Renovierung von Kunsthaus Horn und Lindenhof Raabs, womit zwei historisch wertvolle Gebäude für die Zukunft bewahrt werden können.

Reichhaltiges Rahmenprogramm und viele Extras in den Regionen
Das Waldviertel lädt alle Besucher ein, seine Geheimnisse zu entdecken, unberührte Natur zu erforschen oder einfach die Gastfreundlichkeit der Region zu genießen. Dafür wird es im Landesausstellungsjahr einige besondere Extras geben: z.B. einen dreisprachigen virtuellen Ausflugsplaner für die Landesausstellungsregion, ein erweitertes Freizeitangebot oder eine neue Wander- und Radwegekarte mit Anbindung an das tschechische Wegenetz. Gruppenangebote und zahlreiche Veranstaltungen vom Drachenbootrennen bis zur Airshow 09 runden das Angebot rund um die NÖ Landesausstellung 2009 ab. Den Beginn macht das Regionsfest.



 News
 Junge Uni Waldviertel erhäl
  123 Jugendliche aus Österreich und Tschechien erlebten Uni-Alltag im Rahmen der NÖ Landesausstellung 2009 und bewiesen, dass gemeinsames Studieren und Forschen grenzenlos stattfinden kann.  >>
 LA-Region: Cappella Ars Musi
  Cappella „Ars Musica“ unter Maria Magdalena Nödl steht heuer ganz im Banne eines der wesentlichsten Werke der großen Chorliteratur. Die Konzerte finden am Samstag, 24.10.2009 um 19.00 Uhr in der Pfarrkirche Ravelsbach und am Sonntag, 25.10.2009 um 16.00 Uhr im Kloster Pernegg statt.  >>
 NÖ Komödienherbst in Horn:
  Der KomödienHerbst NÖ freut sich dieses Jahr auf die Aufführungen der tschechischen Komödie „Die Sache Makropulos“ von Karel Čapek als Kooperation mit dem Südböhmischen Theater in Budweis und der Landesaustellung Niederösterreich. Termin: 30. Oktober 2009, 11 Uhr und 20 Uhr im Vereinshaus Horn  >>
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 Bilder aus der Region
Sehen Sie einen Film mit ein-drucksvollen Aufnahmen aus der Region.
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