Waldviertel Euregio Silva Nortica Südböhmen NÖ

Mobilitätskonferenz 2009
 

Offene Grenzen ohne öffentlichen Verkehr

Österreich und Tschechien sind Länder der Europäischen Union. Beide gehören zum Schengenraum und trotzdem gibt es praktisch keinen grenzüber-schreitenden öffentlichen Verkehr – Ausnahme sind Bahnverbindungen. Allerdings ist diese Situation keine Seltenheit. Auch zu anderen Nachbarländer sind die öffentlichen Verbindungen nicht selbstverständlich. Nur in Ballungsräumen wie Wien-Bratislava und Freilassing-Salzburg haben sich aufgrund der hohen Pendlerzahlen öffentliche Bus- und Bahnverbindungen als absolut notwendig erwiesen, um Verkehrskollapse zu verhindern.

 

In Hinblick auf die Öffnung des Flughafens Budweis und der Implementierung der Waldviertler Busse ist es in Zeiten des Ansteigens des Individualverkehrs besonders wichtig, in allen, auch in ländlichen und in dünn besiedelten Regionen  öffentliche und alternative Verkehrsangebote zu fördern. Das Projekt „Interregionale Mobilität“ fasst speziell den grenzüberschreitenden öffentlichen Verkehr ins Auge.


Dazu ist es nötig die zukünftige Verkehrsentwicklung zu kennen. Der Iststand ist nunmehr bekannt und wurde bei der Mobilitätskonferenz 2009 in Vitis präsentiert. Berücksichtigt wurden dabei die Waldviertler Bezirke Gmünd, Zwettl und Waidhofen/Thaya, auf tschechischer Seite der Südosten Südböhmens und der Süden der Region Vysočina. Zur Kenntnis nehmen müssen wir Waldviertler, dass für das Kreisamt Südböhmen die Verbindung Prag-Budweis-Freistadt-Linz aufgrund der höheren Verkehrsfrequenz (bis zu 40.000 PKW an einem Werktag) wesentlich bedeutender ist als die Verbindungen über einen Grenzübergang im Waldviertel(Gmünd-bis zu 3000 PKW an einem Werktag). Verhandlungen zwischen den beiden Landesregierungen Niederösterreich und Südböhmen, um den Straßenausbau auf beiden Seiten anzupassen und auch die Zugsverbindungen attraktiver zu gestalten, sind seit Jahren selbstverständlich. Umsetzungsschritte scheiterten aber häufig an unterschiedlichen Interessen oder am mangelnden Budget.

 

Auf Basis der Analysedaten und unter Einbeziehung der Bedeutung und Funktion der Zentren bzw. touristische Anziehungspunkte in der zu bearbeitenden Region werden nun Planungen für einen möglichen öffentlichen Verkehr erarbeitet. Die laufende Abstimmung zwischen dem tschechischen und dem österreichischen Planungsbüro ist ein verpflichtender Teil der Studie, um ein koordiniertes für bei Länder optimales Ergebnis zu erzielen.

 

In die Planungen werden auch alternative Mobilitätsangebote miteinbezogen. Fahrgemeinschaften sind bei Jugendlichen sehr beliebt. Der Verkehrsverbund Ostregion hat dazu eine Webseite mit dem Namen „compano“ geschaffen, auf welcher nun auch von und nach Tschechien Fahrten gebucht werden können.

 

 

 

Die Schmalspurbahn Jindřichův Hradec und die Waldviertler Schmalspurbahn

Unterschiedliche Bedeutung haben auch die nicht einmal 12 KM voneinander entfernten Schmalspurbahnen. Wird die Schmalspurbahn Jindřichův Hradec täglich für Personen- und Gütertransporte gut genutzt, so dient die Waldviertler Schmalspurbahn ausschließlich touristischen Zwecken. Die Bahn hat sich zu einer Einrichtung entwickelt, die untrennbar mit dem Waldviertel verbunden ist und bei vielen Veranstaltungen wie etwa dem Schrammelklangfestival fester Bestandteil ist. Verstärkten Kooperationswillen erklärten sowohl der Direktor der Neuhauser Bahn Jan Šatava als auch DI Schreilechner, der DI Otfried Knoll von der NÖVOG bei der Konferenz vertrat.

 

Konsequente Verhandlungen

Herr Ing. Jan Študlar, Berater des Kreishauptmannes Südböhmens in Sachen Verkehr, legte zum Schluss der Konferenz den Finger auch offene Wunden zwischen den beiden Nachbarländern. Der Straßenausbau bei Höhenberg/Phyrabruck/Nove Hrady wurde nun abermals aufgrund eines Umweltgutachtens auf tschechischer Seite verschoben. Die Bahnverbindung wiederum nach Slavonice wird von den Tschechen sehr wohl verfolgt, allerdings der Ausbau der Bahn von České Velenice nach Budweis verzögert sich abermals.  

 

Conclusio der Konferenz – vieles ist bereits geschehen – vieles ist bereits geplant und vieles muss aufgrund der Entwicklungen neu überdacht werden. Dazu gehören geduldige, aber konsequente Verhandlungspartner und der Wille die Region Südböhmen – Vysočina – Waldviertel zu stärken.

 

Das Projekt "Interregionale Mobilität - grenzenlos mobil" wird von der Europäischen Union gefördert:

 

 

Foto von links nach rechts:

Roland Kern, ÖBB

DI Thomas Aichinger, Amt der NÖ Landesregierung, Gesamtverkehrsangelegenheiten

Helene Mader, Projektverein Waldviertel

Bgm. Reinhard Deimel, Obmann Zukunftsraum Thayaland

DI Thomas Rittler, TB Rittler

DI Dr. Sedlmayer, arealConsult

Mag. David Frey, Verkehrsverbund Ostregion

DI Stefan Bruntsch, Verkehrsverbund Ostregion

Mgr. Pavel Hložek, Euregio Silva Nortica

Labg. Johann Hofbauer,

Dir. Jan Šatava, Schmalspurbahn Jindřichův Hradec

Ing. Jan Študlar, Kreisamt Südböhmen, Verkehrsabteilung

Ing. Libor Bolda, IKP CE

Ing. Radek Handa, Kreisamt Vysočina

Mag.(FH) Ursula Poindl, Regionalmanagerin Waldviertel

Ing. Petr. Prokes, Kreisamt Liberec

Bgm. Dir. Maximilian Igelsböck, Projektverein Waldviertel

 

 

 

 

 

 

 

 

Details zum Projekt "Interregionale Mobilität - grenzenlos mobil" unter  Interregionale Mobilität - grenzenlos mobil

 

Kontakt:
Projektverein Waldviertel

Helene Maria Mader

02822/9025 20218 oder helene.mader@rm-waldviertel.at


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